Unser Berstadt

lebens- & liebenswert


Mitten in Hessen, am Rande der nördlichen Wetterau liegt unser schönes Berstadt [umgangssprachlich: Berschd]. Das ländlich geprägte Dorf ist ein Ortsteil von Wölfersheim und hat ca. 1.750 Einwohner.

 Geschichte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Berhtenstat“ in der Amtszeit des fuldischen Abtes Ratgar von 802 bis 817 im Codex Eberhardi. Nach den Gepflogenheiten des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt wird als „sicherer Terminus ad quem“ das Jahr 817 angenommen. Das bedeutet, dass 2017 die 1200-Jahr-Feier der Ersterwähnung gefeiert werden kann.
Das Zentrum des fuldischen Besitzes bildete der sogenannte „Mainzer Hof.“ Zu ihm gehörten auch viele Höfe von halbfreien und unfreien Bauern. Der Mainzer Hof hatte seit dem Hochmittelalter die Aufgabe, Kaiser zu bewirten, wenn sie sich in Berstadt aufhielten. Überliefert sind ein Besuch des Salierkaisers Heinrich III. und drei Besuche seines Sohnes Heinrich IV.

 

Seit dem Hochmittelalter besaß Berstadt eine Wasserburg, die sich im Besitz der fuldischen Äbte befand. Diese wurde im 19. Jahrhundert auf Abbruch versteigert. Spätestens 1039 wurde erstmals eine Kirche in Berstadt erwähnt. Zu ihr gehörten Filialkirchen in Wohnbach und Bellersheim, die aber im 14. Jahrhundert selbständig wurden. Mehrere Kloster- und Adelshöfe bildeten den historischen Ortskern.

Im Mittelalter und in der Neuzeit gehörte Berstadt mit Bisses, Blofeld, Dauernheim, Echzell, Gettenau, Grund-Schwalheim, Bingenheim, Leidhecken, dem Schleifelder Hof und der späteren Wüstung Steinerstadt zur „Fuldischen Mark.“  Martin Luther machte hier Rast auf seinem Weg nach Worms und soll auf der Treppe des ehemaligen Gemeindewirtshauses den Berstädtern gepredigt haben. Wo sonst?

 

Bei der Erschließung eines Wohngebietes wurde im Jahr 2006 ein großes Gräberfeld mit 400 Gräbern aus der Merowingerzeit entdeckt. Das Gräberfeld wurde vom 5. bis 7. Jahrhundert belegt und enthielt zahlreiche kostbare Funde.

 

Lebenswert. Trotz seiner ländlichen Lage verfügt Berstadt über eine hervorragende Infrastruktur. Der Autobahnanschluss ist etwa einen Kilometer vom Dorf entfernt, eine Bundesstraße führt direkt um Berstadt herum. Hier gibt es fast alles, was man fürs tägliche Leben benötigt: einen Supermarkt, einen Diskounter, einen Getränkemarkt, drei Bäcker, zwei Frisöre, eine Bank, zwei Imbisse, ein Geschäft für Büromaterial (mit Post und Lotto), zwei Elektrofachhändler, einen Händler mit italienischen Spezialitäten, ein Entsorgungsbetrieb und einen Baumarkt. Viele handwerkliche Betriebe im Ort kümmern sich um Haus und Garten. Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge kann man in Berstadt kaufen, hier gibt es auch "kleine" Geräte für den Hausgebrauch. Mit einer Hausarzt-, einer Zahnarzt- und einer Tierarztpraxis direkt im Ort ist die gesundheitliche Grundversorgung gewährleistet. Auch für des „Deutschen liebstes Kind“ wird hier rundum gesorgt, mehrere Autohäuser und Werkstätten kümmern sich um alles rund um das Thema Auto. In Berstadt werden sogar Autoteile gefertigt, ein großer Automobilzulieferer ist im Gewerbegebiet ansässig.

 

Liebenswert. Schon von weither sichtbar ist der Kirchturm mit seinem imposanten Turmhelm und der Wasserturm, die „Berschder Zwillingstürme“. Unser „Marktplatz“ ist der Tanzhof und befindet sich mitten im Ort, hier finden des Öfteren Veranstaltungen der örtlichen Vereine statt. Wo wir auch schon beim Thema wären: das „Berschder Vereinsleben“. Weithin bekannt ist Berstadt für seine Geselligkeit und sein aktives Vereinsleben, neben den „klassischen“ Vereinen findet man beispielsweise einen Zwiebelzuchtverein, einen Schläferclub oder einen Ein-Loch-Golfclub. Für das gesellige Leben gibt es hier mehrere Locations: drei Gastwirte laden zu geselligen Runden ein, die Mehrzweckhalle ist oftmals Dreh- und Angelpunkt der Gemeinde, einen großen Festplatz, eine Grillhütte oder eben der Tanzhof. Auch der Sport wird in Berstadt groß geschrieben, ein umfangreiches sportliches Angebot kann man direkt Vorort nutzen. Das Vereinsleben sorgt für jeden Geschmack von Freizeitaktivitäten.

 

Was macht das Landleben eigentlich so liebenswert? Richtig, man kennt sich „uffem Ort“, hier kann Alt und Jung miteinander und man hält zusammen. In Berstadt ist das natürlich nicht anders, beispielsweise beim „Dollen Dorf“ 2008 zeigten die Berschder großen Zusammenhalt und holten sich den zweiten Platz. Aber viel wichtiger war, dass durch das „Dolle Dorf“ die Dorfgemeinschaft weiter gestärkt wurde. Einen solchen Effekt erhoffen sich auch die Macher des Jubiläums „1200 Jahre Berstadt“.